Geschrieben von hmh am 26. Januar 2012
Bemerkenswert!
Michelle Obama und die Siemens-Angestellte Jackie Bray während Barack Obamas Rede zur Lage der Nation
Foto: AP
Dieser Werbe-Botschafter ist unbezahlbar! US-Präsident Barack Obama höchst persönlich hat Siemens in der wichtigsten Rede des Jahres gelobt. Er führte den deutschen Industrie-Konzern in seiner „State of the Union“ vor dem US-Kongress als Musterbeispiel für die Schaffung neuer Jobs an.
Millionen Amerikaner und internationale Beobachter sahen zu. Gratiswerbung zur besten Sendezeit. Und sie sahen, wie eine einfache Arbeiterin zum Medien-Star wurde.
„Jackie Bray ist eine alleinerziehende Mutter aus North Carolina, die ihren Job als Mechanikerin verloren hatte“, begann der Präsident seine Geschichte. „Dann hat Siemens eine Gasturbinen-Fabrik in Charlotte eröffnet.“ Der Konzern habe sich mit der örtlichen Berufsschule zusammengetan, gemeinsam hätten sie Kurse für Robotik und Lasertechnik aufgelegt und dann habe Siemens auch noch Jackie Brays Ausbildung bezahlt.
Den ganzen Artikel gibt’s hier.
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Geschrieben von michimueller am 26. Januar 2012
Einen kritischen Kommentar über die Entwicklungen bei Siemens liefert die Süddeutsche Zeitung (Autor: Thomas Fromm).
Megatrend Krise
In Zeiten leerer Kassen zeigt sich die Schwäche der Siemens-Strategie
Von Thomas Fromm
Der Wandel kam schleichend daher. Irgendwann zeigte Siemens bei seinen Pressekonferenzen keine bunten Hochglanzbilder mehr von kleinen Handys und Telefonanlagen. Stattdessen tauchten in der Bildsprache des Münchner Weltkonzerns neue Motive auf: Stilisierte Darstellungen von gigantischen Skylines chinesischer Mega-Metropolen, Schienennetzen in Russland, futuristisch designten Medizintechnik-Geräten aus kalifornischen Kliniken, in denen es aussah wie in einem Raumschiff. Es war die Zeit um 2005. Es war eine Ära des Umbruchs. Die Zeit, in der Siemens die Megatrends der Zukunft für sich entdeckte.
Handys raus, Megatrends rein. Der damalige Siemens-Chef Klaus Kleinfeld verabschiedete sich vom kleinteiligen und schnelllebigen Kundengeschäft und sprach fortan von Metropolen, die immer größer würden. Von der Überalterung der Gesellschaft, von hochkomplexer Verkehrstechnik, von hocheffizienten Energielösungen. Siemens war ab sofort zuständig für die Lösung aller Zukunftsprobleme. Und vor allem: Die Manager hatten sich frei gemacht von den Schwankungen der Konjunktur. Glaubten sie.
Sie irrten sich mächtig. Als Kleinfeld vor Jahren die Strategie von den Megatrends festzurrte, hatte er einen noch nicht im Blick: Den Megatrend Krise. Heute müssen seine Nachfolger an der Konzernspitze erkennen, dass das große Industrie-Geschäft mit Kraftwerken, Windturbinen, Solartechnik, Computertomographen und Automatisierungstechnik für Fabriken langfristig kalkulierbarer sein mag als das mit den kleinen Handys – aber nicht unbedingt sicherer. Sonderbelastungen wegen Ärger bei der Genehmigung von Hochseeplattformen für Umspannwerke, Verzögerungen bei der Auslieferung von Schnellzügen an die Deutsche Bahn – ausgerechnet die Megatrends machen Megaprobleme. Das Geschäft mit großen Auftraggebern ist nicht nur politischer, es ist auch komplexer als das Tagesgeschäft mit den Endverbrauchern. Das begreift Siemens erst allmählich. Denn es ist nicht mehr der Privatkunde, der mit seinen Kaufentscheidungen über die Siemens-Bilanzen mit entscheidet. Es sind heute – zu einem großen Teil – die öffentliche Hand und die Industrie. In Deutschland, den USA, in Asien. Nur wenn es den Staatshaushalten gut geht, investieren die Länder in ihre Infrastrukturen. In den Ausbau der Stromnetze, in moderne Krankenhäuser und intelligente Straßenführung. Geht es ihnen schlecht, stocken die Investitionen. Oder es steigt der Preisdruck.
Es trifft Siemens daher besonders hart, wenn europäische Staaten ihre Investitionen wegen der Schuldenkrise massiv zurückfahren und in den USA die Ausgaben im Gesundheitssystem gedeckelt werden In Zeiten weltweiter Rezessionsängste fällt der Großkunde oft schneller aus als der Privatkunde. Nicht nur Siemens bekommt das in diesen Wochen zu spüren. Auch bei direkten Konkurrenten wie dem US-Koloss General Electric (GE) und dem niederländischen Elektrokonzern Philips rücken die Einschläge näher. Es gibt zwar Lichtblicke in München: Noch hat der Konzern ein dickes Finanzpolster, das ihm hilft, einigermaßen durch die Krise zu kommen. Und die Deutschen haben in den vergangenen Jahren ihr Geschäft in Schwellenländern immer weiter ausgebaut. Das hilft ihnen heute, die Euro-Krise zumindest ein wenig abzufedern. Sich ihr entziehen aber können sie nicht.
Der Erzrivale GE könnte von den Schwächen der Münchner profitieren. Die Amerikaner haben angekündigt, dass sie im schwachen Europa-Geschäft verschärft sparen wollen. Sie können es sich leisten, denn sie hängen weniger an den Entwicklungen in Europa als Siemens. Man müsse nun „hart arbeiten“, um seine „Ziele zu erreichen“, kündigt Konzern-Chef Peter Löscher an. Solche Sätze sind an die Mitarbeiter gerichtet. Sie bedeuten: Es wird ungemütlich.
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Geschrieben von michimueller am 26. Januar 2012
Siemens erwartet beim Netzwerkausrüster Nokia Siemens Networks (NSN) wegen des bevorstehenden Stellenabbaus hohe Belastungen im laufenden Quartal. Finanzvorstand Joe Kaeser sagte in München, er rechne mit einem mittleren dreistelligen Millionenbetrag.
Die genaue Höhe lasse sich erst nach Abschluss der Gespräche mit den Arbeitnehmern beziffern. Die Umbaukosten würden voraussichtlich im laufenden zweiten Geschäftsquartal 2011/12 (Januar bis März) anfallen.
NSN hat im ersten Quartal keinen Gewinn gemacht, will weltweit 17 000 Stellen abbauen und sich künftig auf mobile Breitbandnetze konzentrieren.
Und wieder „investiert“ man Hunderte Millionen Euro, nur um MitarbeiterInnen loszuwerden, anstatt mit dem Geld Geschäft für die Zukunft aufzubauen. Der Artikel ist zu finden auf finanz.de.
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Geschrieben von michimueller am 26. Januar 2012
2012 bringt zehn Prozent Pensionskürzung für Alt-Siemensianer. Nachdem die Ersten mit ihrer Klage auf Nachschuss abgeblitzt sind, gehen 120 weitere Exmanager vor Gericht.
Das meldet diePresse.com.
Der Brief, der Anfang der Woche in die Postkästen vieler Siemens-Pensionisten flatterte, hatte es in sich: Um bis zu zehn Prozent wird ihre betriebliche Zusatzpension im heurigen Jahr niedriger ausfallen. Damit bekommt der seit Jahren tobende Streit zwischen Exmanagern und Siemens Österreich um die Höhe der betrieblichen Zusatzpensionen neuen Zündstoff. Nachdem die ersten 44 Alt-Siemensianer erst im Dezember mit ihrer Klage auf Ausgleichszahlungen beim Obersten Gerichtshof (OGH) abgeblitzt sind, nehmen nun die nächsten 120 früheren Führungskräfte einen Anlauf vor dem Arbeits- und Sozialgericht.
Die Firma sieht sich naturgemäß im Recht, wenn auch die Begründung etwas merkwürdig anmutet:
Jens Winter, Rechtsanwalt beim Siemens-Verteidiger CMS Reich-Rohrwig Hainz, sieht dem neuerlichen Anlauf gelassen entgegen: „Es stimmt, dass ein Druckfehler in der Broschüre war.“ Die Ankläger könnten sich aber nicht an eine einzelne Passage klammern, und „80 andere“ außer Acht lassen.
So ein Pech aber auch, dass gerade bei den Zusagen sich so bedauerliche Druckfehler einschleichen.
Den ganzen Artikel gibt’s hier.
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Geschrieben von lindasu am 25. Januar 2012
Bei Siemens Österreich läuft das Geschäft gut, bei der deutschen Mutter macht sich jedoch der Konjunkturabschwung bemerkbar. Der Traum vom „grünen Riesen“ wackelt.
meint das Wirtschaftsblatt.
Das Gewinnziel von sechs Milliarden € und die Umsatzplus-Vorgabe von fünf Prozent wackeln. Die Auftragsbücher sind nicht so voll wie vor einem Jahr. Auch die Rentabilität ging in allen Sparten zurück.
Der CEO, der Siemens in einen „grünen Riesen“ umwandeln und bis 2014 rund 40 Milliarden €mit Umwelttechnologien umsetzen will, zählte auf Rückenwind aus dem Heimmarkt. Doch er hatte nicht damit gerechnet, dass es zum Beispiel anders als in Großbritannien bei der Genehmigung von Hochsee-Plattformen für Umspannwerke in Deutschland keine standardisierten Genehmigungsverfahren gibt. Vielmehr seien bis zu 40 Einzelgenehmigungen bei verschiedenen Behörden notwendig. „Das führt zu längeren Zeiten und höheren Kosten“, so Löscher-zumal auch Finanzierungen für solche Projekte nicht besonders einfach seien.
In Österreich:
In Österreich läuft es für den Konzern gut: Die Siemens VAI Metals Technologies angelte heuer bereits zwei neue Aufträge im zweistelligen EuroMillionenbereich. „Derzeit sind wir noch guter Dinge“, sagte Siemens Österreich-Chef Wolfgang Hesoun zuletzt zum WirtschaftsBlatt.
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Geschrieben von michimueller am 25. Januar 2012
das findet zumindest die Financial Times Deutschland und lässt dabei auch die Ausrede, die Weltwirtschaft sei schuld, nicht gelten.
Das Industrieschwergewicht enttäuscht mit seinem Jahresauftakt auf ganzer Linie. Das ist ärgerlich. Siemens spürt die abflauende Konjunktur eigentlich bisher kaum. Die meisten Probleme sind hausgemacht.
Die Börse hat eine eindeutige Meinung zu Siemens: Die Aktie gibt deutlich nach. Das Industrieschwergewicht enttäuscht mit seinem Jahresauftakt.
Dabei hatte Finanzvorstand Joe Kaeser die Öffentlichkeit schon auf schwache Ergebnisse eingestimmt: Vergangene Woche verbreitete er ordentlich Pessimismus. Die Ansprüche sollten ja nicht zu hoch sein.
Damit erreichte er zwar, dass Analysten ihre Gewinnschätzungen reihenweise zusammenstrichen: Der Konsens sank mit 5,8 Mrd. Euro für den Nettogewinn aus fortgeführtem Geschäft unter die Prognose, die Siemens selbst für das laufende Jahr gibt: Das Management rechnet mit 6 Mrd. Euro. Doch der Quartalsbericht zeigt: Auch die gesenkten Erwartungen an das Unternehmen könnten sich als zu optimistisch herausstellen.
Abermals muss das Unternehmen Hunderte Mio. Euro vorsorglich zurückstellen: für Verzögerungen bei Aufträgen für den Netzanschluss von Windparks in der Nordsee, für Verspätungen bei der Auslieferung von Velaro-Zügen an die Deutsche Bahn, für Probleme in der Medizintechnik.
Ausgerechnet das von Löscher vielfach hochgelobte Windgeschäft rutschte sogar operativ in die Verlustzone. Womöglich auch eine Quittung für die mehrfachen Managementwechsel der vergangenen Jahre in dieser Sparte.
Angesichts des Auftragsbestands in Rekordhöhe von mehr als 100 Mrd. Euro drängt sich ein Eindruck auf: Bestellungen hereinzuholen ist eine Sache. Aber die Verträge so zu verhandeln und die Projekte so umzusetzen, dass am Ende unter dem Strich auch die geplanten Gewinne herauskommen ist die andere – vermutlich schwierigere – Sache. „Hart arbeiten“ müsse Siemens, sagt Löscher. Wie wahr.
Den ganzen Artikel in der Financial Times gibt es
hier.
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Geschrieben von michimueller am 25. Januar 2012
Zur Hauptversammlung der Siemens AG demonstrierten am Dienstag in München wie angekündigt rund 500 Beschäftigte von Nokia Siemens Networks (NSN) und Osram gegen den Arbeitsplatzabbau in ihren Unternehmen.
Eine Zusammenfassung der Proteste findet ihr z. B. auf der Seite der IG Metall Bayern.
Mit den Menschen statt gegen sie
Jürgen Kerner, früher selbst Siemensianer, als geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall mit Siemens-Belangen betraut und nach der heutigen Vollversammlung Aufsichtsratsmitglied der Siemens AG, brachte unter dem Applaus der Demonstranten auf den Punkt, was die Arbeitnehmerseite einfordert: „Wir haben nichts gegen Veränderungen Aber wir wollen, dass diese Veränderungen mit den Menschen stattfinden, nicht gegen sie.“
„Mit dem Job total überfordert“
Georg Nassauer, der Gesamtbetriebsratsvorsitzende von NSN, fand treffende Worte dafür, wo die Ursache der aktuellen Misere und damit auch der Abbaupläne zu suchen ist: „Was haben der Kapitän eines kürzlich gestrandeten Kreuzfahrtschiffs, der Bundespräsident und der CEO von NSN gemeinsam? Alle drei sind mit ihrem Job total überfordert.“ Der Bundespräsident kann bekanntlich nicht gefeuert werden, sondern nur zurücktreten; dem Kapitän wird wohl die Lizenz entzogen, so Nassauer weiter, und: „Wir alle hoffen, dass auch dem CEO von NSN die Lizenz zum Führen eines Kommunikationsunternehmens entzogen wird. Er kann von der Brücke gleich noch ein paar Offiziere mitnehmen.“
Mehr Infos findet ihr hier.
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Geschrieben von michimueller am 25. Januar 2012
Siemens vergrätzt die Aktionäre auf der Hauptversammlung gleich zu Beginn mit lauter Rockmusik. Die kommen so erst richtig in Stimmung, um all ihren Unmut kundzutun.
meldet die Financial Times Deutschland. Und weiter:
Es ist Tradition bei Siemens, fast so wie das alljährliche Schneetreiben: Hält der Konzern Hauptversammlungen ab, demonstrieren vor der Münchner Olympiahalle die Beschäftigten. Denn irgendwo in seinem Riesenreich baut das Industriekonglomerat eigentlich immer Stellen ab. Diesmal sind es Mitarbeiter der – eigentlich schon verstoßenen – Töchter Osram und Nokia Siemens Networks, denen der Abbau tausender Stellen droht.
Auch drinnen herrscht Aufruhr, aber aus ganz anderem Grund: Die über 8000 – zumeist älteren -Aktionäre in der Halle bringt die Lautstärke in Rage, mit der Siemens den mit Rockmusik unterlegten Unternehmensfilm „One Siemens“ abspielt: „Leiser, leiser“, schallt es aus dem Rund der gut gefüllten Halle in Richtung Podium. Zumindest diesen Unmut kann Chefkontrolleur Gerhard Cromme besänftigen: „Wir haben Ihr Flehen verstanden, Sie können sicher sein, von jetzt an wird es etwas leiser.“
Und es wird nicht mit Kritik gespart:
Der Verein der Belegschaftsaktionäre kritisierte, dass Aufsichtsratschef Cromme die bislang fixe Altersgrenze von 70 für Aufsichtsräte kippen ließ. Davon profitiert vor allem Cromme selbst: Damit kann er sich im Januar 2013 nochmals zur Wahl stellen. „Alte Männer sind gefährlich. Ihnen ist die Zukunft egal„, zitierte der Vorsitzende Ernst Koether den Schriftsteller George Bernard Shaw.
Baustellen gibt es ja genug im Konzern:
Für Osram und NSN ist die Zukunft weiter ungewiss. Der Plan, die Lichttochter an die Börse zu bringen, bleibt bestehen und wird laut Kaeser „wahrscheinlich 2012″ umgesetzt.
Für NSN bringt der Finanzchef zum ersten Mal eine Abspaltung – ein Spin-off – ins Spiel.
Also wieder eine neue Idee. Ob die Beschäftigten etwas davon haben, wird sich zeigen.
Den ganzen Artikel gibt es
hier.
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Geschrieben von michimueller am 24. Januar 2012
Mitarbeiter von Osram und Nokia Siemens Networks (NSN) haben am Rande der Siemens-Hauptversammlung gegen den angekündigten Abbau mehrerer tausend Arbeitsplätze demonstriert. NSN-Gesamtbetriebsratschef Georg Nassauer warf Nokia am Dienstag katastrophales Management vor und forderte: „Siemens muss personell und finanziell die Verantwortung übernehmen, und die Führung muss zurück nach Deutschland!“ Seit dem Start des Gemeinschaftsunternehmens 2007 sei die Zahl der Arbeitsplätze bei NSN in Deutschland bereits auf knapp 8.000 halbiert worden.
Der defizitäre Netzwerkausrüster NSN will weltweit 17.000 Stellen streichen – wie viele davon in Deutschland, ist noch offen. Beim profitablen Leuchtenhersteller Osram will Siemens 1.000 Arbeitsplätze in Deutschland abbauen und ihn an die Börse bringen.
Osram-Gesamtbetriebsratschef Willi Sattler kündigte Widerstand an. Bei der Kundgebung mehrerer hundert Mitarbeiter vor der Münchner Olympiahalle sagte Sattler, die Beschäftigten in Deutschland hätten Osram groß gemacht, und jetzt wolle sich das Management von ihnen verabschieden. „Das werden wir nicht zulassen.“
Siemens-Vorstandschef Peter Löscher sagte, im fortgeführten Kerngeschäft habe Siemens im vergangenen Quartal 1000 Stellen in Deutschland aufgebaut und weitere 2000 im Ausland. NSN dagegen werde von Nokia geführt, und „Nokia muss die Entscheidungen treffen, die notwendig sind“, sagte Löscher. Siemens habe Geld für die Neuaufstellung zur Verfügung gestellt.
(APA/dpa)
Das meldet das Wirtschaftsblatt.
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Geschrieben von michimueller am 24. Januar 2012
Siemens gibt heute die Quartalszahlen bekannt:
München (dapd). Siemens hat zu Beginn seines Geschäftsjahres 2011/2012 einen Gewinneinbruch hinnehmen müssen. Das Ergebnis der fortgeführten Aktivitäten lag im ersten Quartal mit 1,356 Milliarden Euro um 27 Prozent unter dem des Vorjahres, wie der Konzern am Dienstag in München mitteilte. Als Grund nannte das Unternehmen Projektverzögerungen. Der Umsatz stieg um 2 Prozent auf 17,9 Milliarden Euro, der Auftragseingang lag zwar mit 19,8 Milliarden Euro über diesem Wert, sank aber im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 5 Prozent.
Die Unsicherheiten der anhalten Schuldenkrise hätten auch in der Realwirtschaft ihre Spuren hinterlassen, sagte Siemens Vorstandschef Peter Löscher. “Auch wenn in der zweiten Jahreshälfte eine Erholung erwartet wird, müssen wir hart arbeiten, um unsere Ziele zu erreichen.” Siemens strebt im laufenden Geschäftsjahr unter anderem wachsenden Umsatz und einen Gewinn von sechs Milliarden Euro an.
dapd
So nachzulesen auf financial.de.
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Geschrieben von michimueller am 23. Januar 2012
Sonderbelastungen aus Windkraftprojekten haben Medienberichten zufolge bei Siemens für hohe Wertberichtigungen gesorgt. Die Probleme führten demnach zu Korrekturen in dreistelliger Millionenhöhe.
Probleme beim Anschluss von Offshore-Windparks an das Festland haben bei Siemens im ersten Quartal Zeitungsberichten zufolge zu hohen Wertberichtigungen geführt. Der Konzern müsse für Geschäfte mit dem Netzbetreiber Tennet hohe Wertberichtigungen vornehmen, die sich in dreistelliger Millionenhöhe spürbar niederschlügen, berichtete die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (Montagausgabe) ohne Angabe von Quellen. Auch die „Börsen-Zeitung“ berichtete von einer Sonderbelastung in deutlich dreistelliger Millionenhöhe ohne weitere Details und Angabe von Quellen.
Siemens-Finanzchef Joe Kaeser hatte bereits Mitte Januar vor Belastungen aus missratenen Windkraftprojekten in der Nordsee gewarnt. Verzögerungen beim Netzanschluss von Windparks schlügen sich in der Bilanz des abgelaufenen Quartals nieder.
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Geschrieben von michimueller am 23. Januar 2012
Eine sehr interessante und ausführliche Analyse von Siemens findet sich in einem Artikel des Handelsblatts, der auf den YAHOO!Nachrichten Deutschland nachzulesen ist. Einige Auszüge:
2012 wird kein leichtes Jahr für Siemens . Das werden wohl auch die Quartalszahlen am Dienstag zeigen . Als Infrastrukturanbieter hängen die Münchener stark an der Weltkonjunktur . Verunsicherte Kunden halten sich momentan aber mit neuen Bestellungen zurück . „In diesem Umfeld wird es großer Anstrengungen bedürfen , unser Schiff auf Kurs zu halten“ , warnt Löscher.
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Schon im vierten Quartal 2010/11 zum Beispiel konnten nur noch fünf von elf Divisionen , über die Siemens berichtet , den Auftragseingang verbessern . Bei den anderen zeigten die Orders bereits nach unten . Das sind keine guten Voraussetzungen für Löschers Ziel , beim Umsatz die 100-Milliarden-Euro-Grenze zu durchbrechen und dabei so profitabel zu arbeiten wie die besten Wettbewerber.
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Beruhigend für die nächsten Jahre ist auch die Kassenlage . Den Gewinn nach Steuern konnte Siemens im abgelaufenen Geschäftsjahr von vier auf 6 ,3 Milliarden Euro steigern . Der Free Cash-Flow , der sich aus dem Mittelzufluss aus dem laufenden Geschäft minus Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte ergibt , ging zwar um 16 Prozent zurück , kann sich mit 5 ,9 Milliarden Euro aber weiterhin sehen lassen . Mittelzuflüsse und -abflüsse aus Geschäften , die der Konzern den nicht fortgeführten Aktivitäten zuordnet , sind dabei ausgeklammert .
Solides Finanzpolster – überschaubare Verschuldung .
Die flüssigen Mittel lagen zum Bilanzstichtag bei knapp 13 Milliarden Euro . Rechnet man die Finanzschulden – einschließlich der der Finanzdienstleistungssparte – dagegen , kommt Siemens auf eine Nettoverschuldung von knapp fünf Milliarden Euro , zehn Prozent weniger als im Vorjahr . Im Verhältnis zum Eigenkapital macht die Nettoverschuldung 15 ,5 Prozent aus , damit ist sie für einen Konzern dieser Größe überschaubar .
Es gibt auch eine interessante Schwächenanalyse des Konzerns. U.a.:
Schwäche 2: Telekommunikation – der ewige Sanierungsfall Die Wurzeln von Siemens lagen einst in der Telekommunikation. Von der Handysparte sowie vom Geschäft mit Schnurlostelefonen und Telefonanlagen für Firmen hat sich der Konzern inzwischen verabschiedet. Übrig blieb das Gemeinschaftsunternehmen Nokia Siemens Networks (NSN). Im November 2011 gab das Joint Venture bekannt, sich künftig auf das mobile Breitband und zugehörige Dienste zu konzentrieren. In diesem Zusammenhang will NSN weltweit rund 17000 Arbeitsplätze streichen.
Siemens ist an NSN zu 50 Prozent beteiligt. Die operative Führung liegt bei dem finnischen Konzern. Beide Partner mussten zuletzt frisches Eigenkapital nachschießen, die Beteiligungsquoten haben sich dadurch nicht verändert. Die Kapitalerhöhung diente der Stärkung der angekratzten Finanzlage. Denn NSN schreibt seit Jahren Verluste. Bei Siemens tauchen diese im Beteiligungsergebnis auf.
Immerhin: Im abgelaufenen Geschäftsjahr reduzierte sich der Beteiligungsverlust aus NSN von 533 Millionen auf 280 Millionen Euro. Im Geschäftsjahr zuvor waren wegen hoher Wertberichtigungen sogar noch Belastungen von 2,2 Milliarden Euro entstanden. Im laufenden Geschäftsjahr rechnet Siemens wegen der Kosten für die Neuausrichtung wieder mit einem erheblich höheren Beteiligungsverlust als 2011.
Zum Artikel geht’s hier!
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Geschrieben von michimueller am 23. Januar 2012
Michael Spindelegger will sein ökonomisches Profil schärfen. Dabei soll ihm sein neuer „Weisenrat“ behilflich sein – eine Gruppe von Wirtschaftsexperten und Managern. Den Vorsitz übernimmt Siemens-Chef Peter Löscher.
Für das Projekt gilt die höchste Geheimhaltungsstufe. Anfragen bei Involvierten werden mit einem verschreckten „kein Kommentar“ quittiert. So auch im Büro von ÖVP-Chef Michael Spindelegger – Schweigen im Walde.
Mehr Informationen über das „Geheimprojekt“ liefert diePresse.com!
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Geschrieben von michimueller am 23. Januar 2012
Demonstration vor der Siemens-Hauptversammlung
Die Hauptversammlung der Siemens AG wurde in den vergangenen Jahren häufig von Protestkundgebungen begleitet. Am 24. Januar 2012 werden die Aktionäre wieder demonstrierende Menschen vor der Münchner Olympia-Halle antreffen – und wie so oft handelt es sich um ehemalige Beschäftigte, deren berufliche Existenz nach der Ausgliederung bedroht ist.
NSN: Wirtschaftliche Talfahrt …
Diesmal werden es vor allem Beschäftigte von Nokia Siemens Networks sein, die Siemens’ Anteilseigner an die Verantwortung des Unternehmens für seine Beschäftigten erinnern. Außerdem haben sich KollegInnen der Siemens-Tochter Osram angekündigt, wo vor wenigen Tagen ebenfalls der Abbau von über 1.000 Arbeitsplätzen angekündigt wurde.
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Beschäftigte, Betriebsräte und IG Metall wehren sich dagegen, dass offenkundige Management-Fehler immer wieder auf Kosten der Belegschaft ausgebügelt werden. Die Hauptversammung der Siemens AG werden sie daher nutzen, um Management und Aktionäre ihres ehemaligen Arbeitgebers nachdrücklich ihre Mitverantwortung für NSN ins Gedächtnis zu rufen.
Die Kundgebung findet am 24. Januar ab 9 Uhr vor der Hauptversammlung der Siemens AG an der Olympia-Halle in München statt.
Weitere Infos auf der IG Metall-Homepage.
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Geschrieben von michimueller am 23. Januar 2012
Der Netzwerkbauer Nokia Siemens Networks (NSN) hat sich einem Zeitungsbericht zufolge einen Milliarden-Kredit gesichert. Wie die „Financial Times“ (Montagausgabe) ohne Angaben von Quellen berichtete, stellen 14 europäische und US-Banken insgesamt mehr als 1,2 Milliarden Euro bereit.
Die Institute stellten rund 600 Millionen Euro für ein Jahr zur Verfügung und den Restbetrag für drei Jahre. NSN werde sich zudem darum bemühen, sich durch die Ausgabe von Anleihen weiteres Geld zu beschaffen.
Der Zeitung zufolge läuft in diesem Sommer eine Finanzierung in Höhe von zwei Milliarden Euro aus, die das Gemeinschaftsuntermehmen von Siemens und Nokia ersetzen muss.
Das meldet das Handelsblatt.
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