Siemens MitarbeiterInnen-Blog

Betriebsrat CMT

Siemens-Finanzchef investiert Dividende in Kauf von Aktien

Geschrieben von michimueller am 31. Januar 2012

Siemens-Finanzvorstand Joe Kaeser legt Dividendenzahlungen in Aktien an.

Freiwilliges Reinvestment aus Dividendenzahlung in Siemens Aktien, das wird bei zwei Aktienkäufen vermerkt, die Siemens-Finanzvorstand Joe Kaeser in der Vorwoche getätigt hat und die am Montag bekannt gemacht wurden. Demnach investierte Kaeser rund 62.000 Euro in den Kauf von Siemens-Aktien. Siemens schüttet für das Geschäftsjahr 2011 drei Euro je Aktie aus, in Summe waren es rund 2,623 Milliarden €, was einer Ausschüttungsqoute von 41 Prozent entspricht. In den vergangenen fünf Jahren hat Siemens seinen Aktionären mehr als 9,2 Milliarden € bezahlt.

Im November hatten sieben Siemens-Manager Aktien für knapp mehr als neun Millionen € verkauft. Allein 4,874 Millionen € entfielen auf Konzernchef Peter Löscher, der sich von 66.402 Aktien trennte. Joe Kaeser und Vorstand Siegfried Russwurm hatten jeweils mehr als eine Million € bei Aktienverkäufen erlöst.

So steht’s im Wirtschaftsblatt.

Geschockt könnte man ein wenig von den mehr als 9 Milliarden sein, die Siemens in nur 5 Jahren an Dividenden ausgeschüttet hat. Anders als Ex-Rennfahrer hat man hier also doch was zu verschenken.

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Nokia Siemens plant Stellenabbau in Finnland

Geschrieben von michimueller am 31. Januar 2012

München (aktiencheck.de AG) – Nokia Siemens Networks (NSN), ein Joint Venture der finnischen Nokia Corp. (ISIN FI0009000681/ WKN 870737) und des Industriekonzern Siemens AG (ISIN DE0007236101/ WKN 723610), will einem Pressebericht zufolge in Finnland weitere Stellen streichen.

Wie aus die finnische Zeitung „Helsingin Sanomat“ am Samstag unter Berufung auf mit der Situation vertraute Quellen berichtet, sollen in Finnland insgesamt rund 1.200 bis 1.300 Mitarbeiter des kriselnden Netzwerk-Spezialisten entlassen werden. Nach Angaben der Zeitung sollen die Mitarbeiter noch im Laufe dieser Woche über den geplanten Stellenabbau informiert werden.

Laut dem Bericht sei der geplante Stellenabbau Teil des im November angekündigten Sparprogramms bei Nokia Siemens Networks, das den weltweiten Abbau von rund 17.000 Jobs beinhaltet, um jährlich Einsparungen von 1 Mrd. Euro zu erzielen.

Die Aktie von Nokia notiert aktuell mit einem Minus von 2,81 Prozent bei 3,81 Euro. (30.01.2012/ac/n/d)Quelle: Finanzen.net / Aktiencheck.de AG

meldet die Berliner Morgenpost.

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„Es gibt bei uns keinerlei Lobbyisten“ (Wolfgang Hesoun im großen profil-Interview)

Geschrieben von michimueller am 31. Januar 2012

Unser GD Wolfgang Hesoun gibt im profil 05/30.01.2012 ein ausführliches Interview.

Siemens-Generaldirektor Wolfgang Hesoun über Korruption, Kernkraft und Klassenkampf.

profil: Wir haben im Geschäftsbericht gelesen, dass Siemens Ratings für die Kunden macht. Hat die Republik Österreich bei Ihnen noch ein Triple-A?

Hesoun: Der Begriff Rating ist etwas hoch gegriffen, wir machen Bewertungen. Und die Republik Österreich ist für uns ein ganz wichtiger Kunde und wird es auch bleiben.

profil: Verstehen Sie die Beweggründe von Standard & Poor’s, oder waren Sie genauso baff wie die Finanzministerin?

Hesoun: Wir können die Vorgangsweise dieser Herrschaften sehr schwer nachvollziehen. Wenn ich die Relationen zwischen Europa und den USA sehe, habe ich Probleme. In den USA gibt es einige Staaten, die den Status von Griechenland weit überschritten haben, und das seit vielen Jahren. Die werden offensichtlich unter anderen Gesichtspunkten behandelt.

profil: Die österreichischen Banken haben gerade enorme Schwierigkeiten wegen ihrer Osteuropa-Engagements. Wie groß sind Ihre Probleme in dieser Region?

Hesoun: Wir sehen die täglichen Katastrophenmeldungen in unseren Zahlen noch nicht. Der reale Bedarf ist auch in den Ländern, für die wir zuständig sind, gegeben. Im Gegensatz zu manch anderen Bereichen in Westeuropa, wo der Investitionsgrad schon sehr hoch ist. Die Staaten kommen teilweise auch nicht drum herum, in ihre Infrastruktur zu investieren.

profil: Siemens Österreich musste gerade eine Dividende von einer Milliarde Euro an die Konzernmutter abliefern …

Hesoun: … durfte! Nicht: musste. Ich bin da schmerzfrei. Es ist ja nicht mein Geld, es gehört dem Unternehmen.

profil: Das ist ganz schön viel für ein Unternehmen, das gerade einmal ein operatives Ergebnis von 71 Millionen Euro erwirtschaftet hat.

Hesoun: Die Dividendenpolitik ist Sache des Eigentümers. Ein Problem gäbe es aus meiner Sicht nur, wenn uns das Geld für Investitionen fehlen würde. Das ist aber nicht der Fall. Wenn Investitionen erforderlich sind, gibt es das klare Bekenntnis des Eigentümers, diese zu ermöglichen.

profil: Aber die Höhe der Dividendenforderung dürfte selbst Sie überrascht haben. Voriges Jahr waren es 400 Millionen Euro, und Sie haben von einem „Weihnachtsgeschenk, das es nicht jedes Jahr geben kann“, gesprochen.

Hesoun: Und ich habe Recht behalten. Heuer war es schließlich eine Milliarde. Spaß beiseite: Der Großteil davon stammt aus außerordentlichen Erträgen.

profil: Im Jahr 2006 wurde bekannt, dass Siemens über geraume Zeit hinweg Schmiergelder zur Auftragsanbahnung eingesetzt hatte. Die Korruptionsstaatsanwaltschaft ermittelt immer noch gegen mehrere ehemalige Manager von Siemens Österreich. Was ist dran an den Vorwürfen?

Hesoun: Das Verfahren ist anhängig. Ich bin seit eineinhalb Jahren hier. Zur Vergangenheit kann und will ich nichts sagen.

profil: Aber Sie haben sich doch sicher ein Bild verschafft.

Hesoun: Ich kann die Tätigkeit der mutmaßlich Beteiligten nicht beurteilen. Ich fürchte, ich kann Ihnen da nicht helfen.

profil: Wie aktiv hat Siemens an der Aufklärung mitgearbeitet?

Hesoun: Wir kooperieren mit den Behörden und haben alle Unterlagen zur Verfügung gestellt, um die man bei uns angefragt hat.

profil: Gegen Ihren früheren Arbeitgeber, den Baukonzern Porr, gibt es ebenfalls Korruptionsvorwürfe. Das gesamte Porr-Management – Sie eingeschlossen – hat sich bei der Staatsanwaltschaft der Aussage entschlagen. Warum haben Sie das getan?

Hesoun: Das war der Rat der Juristen. Warum soll man sich einem juristischen Rat verweigern?

profil: Offenbar hatte eine ganze Reihe von Porr-Mitarbeitern den Eindruck, sie könnten sich selbst belasten. Aus einem anderen Grund entschlägt man sich ja nicht der Aussage.

Hesoun: Ich kann Ihnen dazu nicht mehr sagen. Ich habe damals getan, was mir die Rechtsanwälte geraten haben. Punkt. Das Thema Porr sollten Sie besser mit der Porr abhandeln.

profil: Es ist der Eindruck entstanden, dass man eine gewisse Art von Geschäften nur mit unsauberen Methoden machen kann. Nicht zuletzt in der Bau- und Immobilienbranche.

Hesoun: Ich weiß aus meiner persönlichen Vergangenheit, dass das nicht stimmt. Man darf eben nicht alles machen. Das liegt im Ermessen derer, die sich um Aufträge bemühen. Ich halte es auch für ein Gerücht, dass man in Osteuropa ohne irgendwelche Macheloikes kein Geschäft machen kann.

profil: Ihr ehemaliger Porr-Vorstandskollege Horst Pöchhacker ist da etwas anderer Meinung.

Hesoun: Das kann sein.

profil: Pöchhacker hat in einer ÖBB-Aufsichtsratssitzung, bei der es um fragwürdige Lobbyistenzahlungen in Osteuropa ging, gesagt: „Ich komme aus der Bauwirtschaft. Wir haben keinen ungarischen Auftrag ohne irgendeinen ähnlichen Lobbyingabschluss erhalten.“

Hesoun: Hochinteressant. Ich will aber Einzelmeinungen nicht kommentieren. Ich kann nur sagen: Wenn wir heute für ein Großprojekt anbieten, dann brauchen wir dafür keine Berater.

profil: Siemens hat kein Lobbyingbudget?

Hesoun: Wir betreiben Öffentlichkeitsarbeit unabhängig von irgendwelchen Projekten. Also Zeitungsinserate oder Kundenveranstaltungen. Das ist alles. Es gibt bei uns auch keinerlei Lobbyisten. Wir prüfen sehr genau, bevor irgendjemand für Siemens tätig werden kann. Wir wollen uns nur mit Partnern umgeben, die unseren Überprüfungen standhalten, um Fehler aus der Vergangenheit nicht zu wiederholen. Das wird durchgezogen.

profil: In der vergangenen Woche musste Siemens ziemlich schlechte Quartalszahlen bekannt geben. Schuld daran war vor allem die Solar- und Windenergie. Setzt Siemens da auf die falsche Technologie?

Hesoun: Sicher nicht. Der Zug des Konzerns in Richtung Zukunftstechnologien ist davon nicht aufzuhalten. Wir versuchen nur, für unsere Risiken entsprechend vorzusorgen, sobald wir sie erkennen. Jede neue Entwicklung birgt auch Risiken. In dem Fall geht es um zeitliche Verzögerungen, die man lösen wird, nicht um inhaltliche. Die Wachstumschancen in diesen Bereichen überwiegen die Risiken bei Weitem.

profil: Siemens hat nach dem Unglück in Fukushima den Ausstieg aus der Nuklearindustrie verkündet. Haben Sie sich von der allgemeinen Hysterie anstecken lassen?

Hesoun: Die Strategie Nuklear ist von anderen Themen völlig zu trennen. Das war ein mittelfristiger Vorgang, der von München gesteuert wurde. Wir nehmen das zur Kenntnis. Ich glaube, dass der Ansatz, in Green Technologies zu investieren, der nachhaltigere Weg ist. Wenn man sich alleine unseren Markt anschaut – und wir sind von hier aus für 19 Länder in Zentral- und Osteuropa zuständig -, dann ist speziell dort der Nachholbedarf enorm.

profil: Siemens macht mehr als die Hälfte des Umsatzes mit Bund, Ländern oder staatsnahen Unternehmen. Wie unterscheiden sich Unternehmen der öffentlichen Hand von anderen Kunden?

Hesoun: In erster Linie ist der Prozess ein anderer. Ein öffentlicher Auftraggeber macht eine Ausschreibung, und dann gilt üblicherweise das Billigstbieterprinzip. Da ist dann nicht mehr Verhandlungsspielraum gegeben.

profil: Aber es hilft sicher, dass Österreich so ein kuscheliges, kleines Land ist, wo jeder jeden kennt. Ihr ehemaliger Porr-Kollege Pöchhacker sitzt im Aufsichtsrat der ÖBB, eines der wichtigsten Siemens-Kunden. Die Frau des ÖBB-Chefs ist zudem in einer Führungsposition bei Siemens …

Hesoun: Eveline Steinberger-Kern ist in der Energiesparte tätig, die mit den ÖBB inhaltlich und geschäftlich überhaupt nichts zu tun hat. Ich selbst kenne ÖBB-Chef Christian Kern auch schon seit einer Ewigkeit.

profil: Eben …

Hesoun: Das hat aber keinen Einfluss auf Arbeitsprozesse zwischen Siemens und den ÖBB. Glauben Sie wirklich, die ÖBB würden uns zu ihren eigenen Lasten entgegenkommen? Die Bahn ist einer der härtesten Verhandlungspartner, die ich kenne. Ich wünsche jedem, dort einmal zu Verhandlungen anzutreten. Da kriegen Sie nichts geschenkt. Ich weiß zwar nicht, ob das beim Inseratenverkauf auch so ist, aber vermutlich schon.

profil: Aber Sie verstehen schon, worauf wir hinauswollen? Ihr Pressesprecher bei Siemens war, nebenbei bemerkt, schon Sprecher Ihres Onkels Josef Hesoun, des früheren SP-Sozialministers.

Hesoun: Stimmt, er ist unter Brigitte Ederer zu Siemens geholt worden. Aber ich gebe Ihnen schon Recht, dass man sich bei der Größe des Landes zwangsläufig kennt.

profil: Ihre Vorgängerin Brigitte Ederer war viele Jahre SPÖ-Nationalratsabgeordnete, Sie selbst haben nie einen Hehl aus Ihrer politischen Heimat gemacht. Hilft es als Siemens-Generaldirektor, wenn man eine Nähe zur SPÖ hat?

Hesoun: Nein, das ist in der Wirtschaft wurscht. Dass ich eine persönliche Affinität zur SPÖ habe, werde ich nicht bestreiten. Das wäre mit meinem Namen auch völlig sinnlos. Ich stehe dazu, werde deswegen aber nirgendwo besser behandelt. Ich habe zu ÖVP-Exponenten außerdem mindestens so gute Kontakte wie zu SPÖ-Leuten. Ich bin kein Parteimensch und bewege mich auch in keinen Zirkeln. Ich weiß, was ich wähle. Das ist es. Für mich zählt nur Leistung.

profil: Wenn das alles keine Rolle spielt – woran liegt es Ihrer Meinung nach, dass Österreich in allen Korruptionsindizes so weit vorne liegt?

Hesoun: Mich erstaunt das auch, was in einer gewissen Zeit alles funktioniert hat. Wenn man all das addiert, was man in der Zeitung liest, braucht man sich nicht wundern, dass sich das in irgendwelchen Indizes widerspiegelt.

profil: Sie sprechen die Jahre der schwarz-blauen Regierung an. Apropos: Was haben Sie damals von den Tätigkeiten der Herren Peter Hochegger und Walter Meischberger mitbekommen.

Hesoun: Nur, was damals in der Zeitung stand. Ich habe mit keinem der beiden jemals persönlichen Kontakt gehabt.

profil: Haben Sie ein Verständnis dafür, was die Telekom Austria in Zusammenarbeit mit Peter Hochegger getrieben hat – also mit viel Geld Kontakte zu entscheidenden Persönlichkeiten zu kaufen?

Hesoun: Ich kann das nicht nachvollziehen.

profil: Sie haben sich kürzlich gegen eine Schuldenbremse in der Verfassung ausgesprochen. Haben Sie Angst um Ihre Aufträge?

Hesoun: Ich habe gewarnt, dass aufgrund der Mechanismen unserer Budgetierung die Gefahr sehr groß ist, dass die Schuldenbremse sich primär im Bereich der Investitionen abspielen wird und damit zu einer Konjunkturbremse werden kann. Ich bin absolut dafür, dass man einspart – auch im öffentlichen Bereich. Mit Einmaleffekten erreiche ich zwar die Einsparungen im Budget, aber es gibt keine nachhaltige Wirkung.

profil: Sie wählen SPÖ und sind Anhänger ihrer Inhalte …

Hesoun: … das ist eine unzulässige Verkürzung. Ich habe bloß gesagt: Ich wähle sie.

profil: Was halten Sie von einer Reichensteuer?

Hesoun: Ich halte wenig von Klassenkampfthemen. Man sollte sich dort Geld holen, wo es Doppelgleisigkeiten gibt. Ich wehre mich auch nicht dagegen, dass Reiche einen Beitrag leisten. Damit alleine wird man aber die Ziele nicht erreichen können. Und dann sind wir bei der Frage: Wer ist reich?

profil: Oder bei der Frage nach Steuergerechtigkeit.

Hesoun: Wenn es für eine gewisse Zeit Zuschläge auf die Einkommensteuerspitzensätze gäbe, würde ich mich dagegen nicht wehren. Und was ich sicher forcieren würde, ist eine Börsenumsatzsteuer. Warum gerade in diesem Sektor keine Abgaben zu zahlen sind, erschließt sich mir überhaupt nicht. Bei der Besteuerung von Umwidmungsgewinnen geht die Diskussion auch schon in die richtige Richtung. Auch die diskutierte Sondersteuer für Beamte kann ich mir als eine Art Solidarbeitrag vorstellen. Als Ausgleich dafür, dass in dieser Gruppe das Risiko auf Arbeitslosigkeit kaum besteht.

profil: Bleiben wir beim Thema Arbeitslosigkeit: Können Sie sich vorstellen, einen sehr jungen Mann mit wenig Berufserfahrung als Büroleiter einzustellen? Sein Name ist Nikolaus Pelinka.

Hesoun: Ich glaube, es ist bekannt, dass wir in der Richtung keine Vakanzen haben.

Roter Pragmatiker

Manchmal wird einem der Abschied besonders leicht gemacht: Ende Jänner 2010 durchsuchten Polizeibeamte auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Wien mehrere Niederlassungen der Porr AG nach Beweisen für unsaubere Provisionen, die der Baukonzern an die Lobbyisten Peter Hochegger und Walter Meischberger überwiesen haben soll. Wenige Monate später verkündete Wolfgang Hesoun, der 2007 seinem Förderer Horst Pöchhacker im Chefsessel der Porr nachgefolgt war, den Wechsel zu Siemens. Als Vorstandsvorsitzender von Siemens Österreich ist der gelernte Ingenieur für Feinwerktechnik für 19 Länder in Zentral- und Osteuropa verantwortlich. Hesoun entstammt einer sozialdemokratischen Familie, sein Onkel Josef war von 1990 bis 1995 SP-Sozialminister.

 

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Siemens kauft kanadischen Netzausrüster RuggedCom

Geschrieben von michimueller am 30. Januar 2012

Das melden die Dow Jones News.

MÜNCHEN (Dow Jones)–Siemens übernimmt den kanadischen Netzausrüsters RuggedCom für umgerechnet rund 290 Millionen Euro. Die Siemens AG werde auf dem Wege eines freundlichen Übernahmeangebotes sämtlich ausstehenden Stammaktien von RuggedCom Inc erwerben, teilte der Münchener DAX-Konzern mit. Je Aktie zahlt der Technologiekonzern 33 kanadische Dollar, das sind etwa 25 Euro.

Der Vorstand von RuggedCom hat einstimmig beschlossen, die Offerte zu unterstützen und den RuggedCom-Aktionären zu empfehlen, diese anzunehmen.

DJG/sha/jhe

(END) Dow Jones Newswires

January 30, 2012 07:22 ET (12:22 GMT)

Copyright (c) 2012 Dow Jones & Company, Inc.

© 2012 Dow Jones News

 

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Deutsche Bahn fordert „Schadenersatz“ von Siemens

Geschrieben von michimueller am 30. Januar 2012

Wegen Lieferengpass: Bahn verhandelt mit Siemens über „Gratis-ICE“

Die Bahn beklagt sich bei Siemens über Lieferschwierigkeiten. Jetzt fordert der Konzern einen kostenlosten ICE als Entschädigung.

so meldet es u. a. Welt.de, und weiter:

Die Deutsche Bahn verhandelt mit Siemens laut einem Zeitungsbericht über die Lieferung eines kostenlosen ICE-3-Zugs im Wert von etwa 30 Millionen Euro. Grund sind die andauernden Lieferschwierigkeiten bei Siemens, wie die „Bild am Sonntag“ unter Berufung auf Unternehmenskreise berichtet.

Der Bahn-Konzern wartet derzeit auf 16 ICE-Züge, die schon im vergangenen Herbst hätten ausgeliefert werden sollen. Wegen technischer Probleme bei Siemens sind die Züge aber wohl frühestens Ende 2012 fertig.

Der „Gratis-ICE“ ist als Entschädigung gedacht – „alternativ erwartet man bei der Bahn eine ‘monetäre Entschädigung’ in gleicher Höhe“, schreibt die „Bild am Sonntag“. Ein Bahnsprecher bestätigte, dass es Verhandlungen über einen 17. Zug gegeben habe. Konkrete Vereinbarungen seien bisher aber nicht getroffen worden. Ähnlich äußerte sich eine Siemens-Sprecherin.

Siemens sollte die ersten der 16 neuen ICE-3-Züge eigentlich bereits im Herbst vergangenen Jahres liefern. Mit dem Wechsel zum Winterfahrplan im Dezember habe die Bahn die ersten neuen Züge einsetzen wollen, sagte die Unternehmenssprecherin. Mittlerweile werde die Auslieferung der ersten Züge im Laufe dieses Jahres erwartet.

Weiter Infos gibt’s hier.

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NSN: Umsatzschwund bei Nokia Siemens – sogar in Asien

Geschrieben von michimueller am 28. Januar 2012

Nokia Siemens Networks (NSN) hat gestern relativ schlechte Umsatzzahlen für das vergangene vierte Quartal veröffentlicht. Grund dafür war eine schwache Nachfrage beim Verkauf von Telekom-Equipment. Trotz einem Wachstum beim Service-Umsatz und dem Beitrag des übernommenen Motorola-Geschäftsbereichs musste NSN gesamthaft einen Umsatzrückgang um 4 Prozent auf 3,82 Milliarden Euro hinnehmen. Immerhin wuchs der operative Gewinn im Jahresvergleich von 1,3 auf 88 Millionen Euro.

 Im Heimmarkt Europa sanken die Umsätze um 6 Prozent auf 1,27 Milliarden Euro. Im aufstrebenden Markt China gab es einen Rückgang um 14 Prozent auf 438 Millionen Euro und in ganz Asien schrumpfte der Umsatz um 7 Prozent auf 909 Millionen Euro. In Amerika stiegen die Umsätze nur dank dem Motorola-Zukauf.
Nicht nur die schlechten Zahlen sind beängstigend, sondern auch andere Aussagen lassen aufhorchen:
NSN steht vor einer massiven Restrukturierung. Ende November hatte das Unternehmen den Abbau von 17’000 Stellen bekannt gegeben. Der Mitbewerber Ericsson macht sich angesichts der Krise bei NSN nun offenbar Gedanken über eine

 

mögliche Übernahme. So sagte Ericsson-CFO Jan Frykhammar gegenüber der Fachpublikation ‘Total Telecom’, dass Ericsson interessiert sein könnte, Vermögenswerte von NSN zu kaufen, wenn solche zum Verkauf stehen würden. Frykhammar betonte aber, dass man nicht aktiv darauf hinarbeite, sondern lediglich einen solchen Kauf prüfen würde, falls er von NSN angestrebt werde.

Ein weiterer Ausverkauf bei NSN, bis nichts mehr übrig ist?
 
Den Artikel findet ihr auf inside-it.ch!

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Obama und das Geheimnis der Jackie Bray

Geschrieben von hmh am 26. Januar 2012

Bemerkenswert!

Michelle Obama und Jackie Bray während Barack Obamas Rede zur Lage der Nation 

Michelle Obama und die Siemens-Angestellte Jackie Bray während Barack Obamas Rede zur Lage der Nation

Foto: AP

Dieser Werbe-Botschafter ist unbezahlbar! US-Präsident Barack Obama höchst persönlich hat Siemens in der wichtigsten Rede des Jahres gelobt. Er führte den deutschen Industrie-Konzern in seiner „State of the Union“ vor dem US-Kongress als Musterbeispiel für die Schaffung neuer Jobs an.

Millionen Amerikaner und internationale Beobachter sahen zu. Gratiswerbung zur besten Sendezeit. Und sie sahen, wie eine einfache Arbeiterin zum Medien-Star wurde.

„Jackie Bray ist eine alleinerziehende Mutter aus North Carolina, die ihren Job als Mechanikerin verloren hatte“, begann der Präsident seine Geschichte. „Dann hat Siemens eine Gasturbinen-Fabrik in Charlotte eröffnet.“ Der Konzern habe sich mit der örtlichen Berufsschule zusammengetan, gemeinsam hätten sie Kurse für Robotik und Lasertechnik aufgelegt und dann habe Siemens auch noch Jackie Brays Ausbildung bezahlt.

Den ganzen Artikel gibt’s hier.

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Kommentar in der Süddeutschen Zeitung: In Zeiten leerer Kassen zeigt sich die Schwäche der Siemens-Strategie

Geschrieben von michimueller am 26. Januar 2012

Einen kritischen Kommentar über die Entwicklungen bei Siemens liefert die Süddeutsche Zeitung (Autor: Thomas Fromm).

Megatrend Krise

In Zeiten leerer Kassen zeigt sich die Schwäche der Siemens-Strategie

Von Thomas Fromm

Der Wandel kam schleichend daher. Irgendwann zeigte Siemens bei seinen Pressekonferenzen keine bunten Hochglanzbilder mehr von kleinen Handys und Telefonanlagen. Stattdessen tauchten in der Bildsprache des Münchner Weltkonzerns neue Motive auf: Stilisierte Darstellungen von gigantischen Skylines chinesischer Mega-Metropolen, Schienennetzen in Russland, futuristisch designten Medizintechnik-Geräten aus kalifornischen Kliniken, in denen es aussah wie in einem Raumschiff. Es war die Zeit um 2005. Es war eine Ära des Umbruchs. Die Zeit, in der Siemens die Megatrends der Zukunft für sich entdeckte.

Handys raus, Megatrends rein. Der damalige Siemens-Chef Klaus Kleinfeld verabschiedete sich vom kleinteiligen und schnelllebigen Kundengeschäft und sprach fortan von Metropolen, die immer größer würden. Von der Überalterung der Gesellschaft, von hochkomplexer Verkehrstechnik, von hocheffizienten Energielösungen. Siemens war ab sofort zuständig für die Lösung aller Zukunftsprobleme. Und vor allem: Die Manager hatten sich frei gemacht von den Schwankungen der Konjunktur. Glaubten sie.

Sie irrten sich mächtig. Als Kleinfeld vor Jahren die Strategie von den Megatrends festzurrte, hatte er einen noch nicht im Blick: Den Megatrend Krise. Heute müssen seine Nachfolger an der Konzernspitze erkennen, dass das große Industrie-Geschäft mit Kraftwerken, Windturbinen, Solartechnik, Computertomographen und Automatisierungstechnik für Fabriken langfristig kalkulierbarer sein mag als das mit den kleinen Handys – aber nicht unbedingt sicherer. Sonderbelastungen wegen Ärger bei der Genehmigung von Hochseeplattformen für Umspannwerke, Verzögerungen bei der Auslieferung von Schnellzügen an die Deutsche Bahn – ausgerechnet die Megatrends machen Megaprobleme. Das Geschäft mit großen Auftraggebern ist nicht nur politischer, es ist auch komplexer als das Tagesgeschäft mit den Endverbrauchern. Das begreift Siemens erst allmählich. Denn es ist nicht mehr der Privatkunde, der mit seinen Kaufentscheidungen über die Siemens-Bilanzen mit entscheidet. Es sind heute – zu einem großen Teil – die öffentliche Hand und die Industrie. In Deutschland, den USA, in Asien. Nur wenn es den Staatshaushalten gut geht, investieren die Länder in ihre Infrastrukturen. In den Ausbau der Stromnetze, in moderne Krankenhäuser und intelligente Straßenführung. Geht es ihnen schlecht, stocken die Investitionen. Oder es steigt der Preisdruck.

Es trifft Siemens daher besonders hart, wenn europäische Staaten ihre Investitionen wegen der Schuldenkrise massiv zurückfahren und in den USA die Ausgaben im Gesundheitssystem gedeckelt werden In Zeiten weltweiter Rezessionsängste fällt der Großkunde oft schneller aus als der Privatkunde. Nicht nur Siemens bekommt das in diesen Wochen zu spüren. Auch bei direkten Konkurrenten wie dem US-Koloss General Electric (GE) und dem niederländischen Elektrokonzern Philips rücken die Einschläge näher. Es gibt zwar Lichtblicke in München: Noch hat der Konzern ein dickes Finanzpolster, das ihm hilft, einigermaßen durch die Krise zu kommen. Und die Deutschen haben in den vergangenen Jahren ihr Geschäft in Schwellenländern immer weiter ausgebaut. Das hilft ihnen heute, die Euro-Krise zumindest ein wenig abzufedern. Sich ihr entziehen aber können sie nicht.

Der Erzrivale GE könnte von den Schwächen der Münchner profitieren. Die Amerikaner haben angekündigt, dass sie im schwachen Europa-Geschäft verschärft sparen wollen. Sie können es sich leisten, denn sie hängen weniger an den Entwicklungen in Europa als Siemens. Man müsse nun „hart arbeiten“, um seine „Ziele zu erreichen“, kündigt Konzern-Chef Peter Löscher an. Solche Sätze sind an die Mitarbeiter gerichtet. Sie bedeuten: Es wird ungemütlich.

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NSN: Hohe Belastungen bei Nokia Siemens Networks

Geschrieben von michimueller am 26. Januar 2012

Siemens erwartet beim Netzwerkausrüster Nokia Siemens Networks (NSN) wegen des bevorstehenden Stellenabbaus hohe Belastungen im laufenden Quartal. Finanzvorstand Joe Kaeser sagte in München, er rechne mit einem mittleren dreistelligen Millionenbetrag.

 

Die genaue Höhe lasse sich erst nach Abschluss der Gespräche mit den Arbeitnehmern beziffern. Die Umbaukosten würden voraussichtlich im laufenden zweiten Geschäftsquartal 2011/12 (Januar bis März) anfallen.

NSN hat im ersten Quartal keinen Gewinn gemacht, will weltweit 17 000 Stellen abbauen und sich künftig auf mobile Breitbandnetze konzentrieren.

Und wieder „investiert“ man Hunderte Millionen Euro, nur um MitarbeiterInnen loszuwerden, anstatt mit dem Geld Geschäft für die Zukunft aufzubauen. Der Artikel ist zu finden auf finanz.de.

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Pensionisten klagen Siemens erneut

Geschrieben von michimueller am 26. Januar 2012

2012 bringt zehn Prozent Pensionskürzung für Alt-Siemensianer. Nachdem die Ersten mit ihrer Klage auf Nachschuss abgeblitzt sind, gehen 120 weitere Exmanager vor Gericht.

Das meldet diePresse.com.

Der Brief, der Anfang der Woche in die Postkästen vieler Siemens-Pensionisten flatterte, hatte es in sich: Um bis zu zehn Prozent wird ihre betriebliche Zusatzpension im heurigen Jahr niedriger ausfallen. Damit bekommt der seit Jahren tobende Streit zwischen Exmanagern und Siemens Österreich um die Höhe der betrieblichen Zusatzpensionen neuen Zündstoff. Nachdem die ersten 44 Alt-Siemensianer erst im Dezember mit ihrer Klage auf Ausgleichszahlungen beim Obersten Gerichtshof (OGH) abgeblitzt sind, nehmen nun die nächsten 120 früheren Führungskräfte einen Anlauf vor dem Arbeits- und Sozialgericht.

Die Firma sieht sich naturgemäß im Recht, wenn auch die Begründung etwas merkwürdig anmutet:

Jens Winter, Rechtsanwalt beim Siemens-Verteidiger CMS Reich-Rohrwig Hainz, sieht dem neuerlichen Anlauf gelassen entgegen: „Es stimmt, dass ein Druckfehler in der Broschüre war.“ Die Ankläger könnten sich aber nicht an eine einzelne Passage klammern, und „80 andere“ außer Acht lassen.

So ein Pech aber auch, dass gerade bei den Zusagen sich so bedauerliche Druckfehler einschleichen.

Den ganzen Artikel gibt’s hier.

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Auch bei Siemens ist die Krise jetzt angekommen

Geschrieben von lindasu am 25. Januar 2012

Bei Siemens Österreich läuft das Geschäft gut, bei der deutschen Mutter macht sich jedoch der Konjunkturabschwung bemerkbar. Der Traum vom „grünen Riesen“ wackelt.

meint das Wirtschaftsblatt.

Das Gewinnziel von sechs Milliarden € und die Umsatzplus-Vorgabe von fünf Prozent wackeln. Die Auftragsbücher sind nicht so voll wie vor einem Jahr. Auch die Rentabilität ging in allen Sparten zurück.

 

Der CEO, der Siemens in einen „grünen Riesen“ umwandeln und bis 2014 rund 40 Milliarden €mit Umwelttechnologien umsetzen will, zählte auf Rückenwind aus dem Heimmarkt. Doch er hatte nicht damit gerechnet, dass es zum Beispiel anders als in Großbritannien bei der Genehmigung von Hochsee-Plattformen für Umspannwerke in Deutschland keine standardisierten Genehmigungsverfahren gibt. Vielmehr seien bis zu 40 Einzelgenehmigungen bei verschiedenen Behörden notwendig. „Das führt zu längeren Zeiten und höheren Kosten“, so Löscher-zumal auch Finanzierungen für solche Projekte nicht besonders einfach seien.

In Österreich:

In Österreich läuft es für den Konzern gut: Die Siemens VAI Metals Technologies angelte heuer bereits zwei neue Aufträge im zweistelligen EuroMillionenbereich. „Derzeit sind wir noch guter Dinge“, sagte Siemens Österreich-Chef Wolfgang Hesoun zuletzt zum WirtschaftsBlatt.

 

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Siemens macht zu viele Fehler

Geschrieben von michimueller am 25. Januar 2012

das findet zumindest die Financial Times Deutschland und lässt dabei auch die Ausrede, die Weltwirtschaft sei schuld, nicht gelten.

Das Industrieschwergewicht enttäuscht mit seinem Jahresauftakt auf ganzer Linie. Das ist ärgerlich. Siemens spürt die abflauende Konjunktur eigentlich bisher kaum. Die meisten Probleme sind hausgemacht.

Die Börse hat eine eindeutige Meinung zu Siemens: Die Aktie gibt deutlich nach. Das Industrieschwergewicht enttäuscht mit seinem Jahresauftakt.
 Dabei hatte Finanzvorstand Joe Kaeser die Öffentlichkeit schon auf schwache Ergebnisse eingestimmt: Vergangene Woche verbreitete er ordentlich Pessimismus. Die Ansprüche sollten ja nicht zu hoch sein.
Damit erreichte er zwar, dass Analysten ihre Gewinnschätzungen reihenweise zusammenstrichen: Der Konsens sank mit 5,8 Mrd. Euro für den Nettogewinn aus fortgeführtem Geschäft unter die Prognose, die Siemens selbst für das laufende Jahr gibt: Das Management rechnet mit 6 Mrd. Euro. Doch der Quartalsbericht zeigt: Auch die gesenkten Erwartungen an das Unternehmen könnten sich als zu optimistisch herausstellen.
 
Abermals muss das Unternehmen Hunderte Mio. Euro vorsorglich zurückstellen: für Verzögerungen bei Aufträgen für den Netzanschluss von Windparks in der Nordsee, für Verspätungen bei der Auslieferung von Velaro-Zügen an die Deutsche Bahn, für Probleme in der Medizintechnik.
 
Ausgerechnet das von Löscher vielfach hochgelobte Windgeschäft rutschte sogar operativ in die Verlustzone. Womöglich auch eine Quittung für die mehrfachen Managementwechsel der vergangenen Jahre in dieser Sparte.
 
Angesichts des Auftragsbestands in Rekordhöhe von mehr als 100 Mrd. Euro drängt sich ein Eindruck auf: Bestellungen hereinzuholen ist eine Sache. Aber die Verträge so zu verhandeln und die Projekte so umzusetzen, dass am Ende unter dem Strich auch die geplanten Gewinne herauskommen ist die andere – vermutlich schwierigere – Sache. „Hart arbeiten“ müsse Siemens, sagt Löscher. Wie wahr.
 
Den ganzen Artikel in der Financial Times gibt es hier.

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Siemens-Hauptversammlung: Scharfe Kritik der Beschäftigten

Geschrieben von michimueller am 25. Januar 2012

Zur Hauptversammlung der Siemens AG demonstrierten am Dienstag in München wie angekündigt rund 500 Beschäftigte von Nokia Siemens Networks (NSN) und Osram gegen den Arbeitsplatzabbau in ihren Unternehmen.

Eine Zusammenfassung der Proteste findet ihr z. B. auf der Seite der IG Metall Bayern.

Mit den Menschen statt gegen sie

Jürgen Kerner, früher selbst Siemensianer, als geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall mit Siemens-Belangen betraut und nach der heutigen Vollversammlung Aufsichtsratsmitglied der Siemens AG, brachte unter dem Applaus der Demonstranten auf den Punkt, was die Arbeitnehmerseite einfordert: „Wir haben nichts gegen Veränderungen Aber wir wollen, dass diese Veränderungen mit den Menschen stattfinden, nicht gegen sie.“

„Mit dem Job total überfordert“

Georg Nassauer, der Gesamtbetriebsratsvorsitzende von NSN, fand treffende Worte dafür, wo die Ursache der aktuellen Misere und damit auch der Abbaupläne zu suchen ist: „Was haben der Kapitän eines kürzlich gestrandeten Kreuzfahrtschiffs, der Bundespräsident und der CEO von NSN gemeinsam? Alle drei sind mit ihrem Job total überfordert.“ Der Bundespräsident kann bekanntlich nicht gefeuert werden, sondern nur zurücktreten; dem Kapitän wird wohl die Lizenz entzogen, so Nassauer weiter, und: „Wir alle hoffen, dass auch dem CEO von NSN die Lizenz zum Führen eines Kommunikationsunternehmens entzogen wird. Er kann von der Brücke gleich noch ein paar Offiziere mitnehmen.“

Mehr Infos findet ihr hier.

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Siemens-Hauptversammlung: Aktionärstreffen der schrillen Töne

Geschrieben von michimueller am 25. Januar 2012

Siemens vergrätzt die Aktionäre auf der Hauptversammlung gleich zu Beginn mit lauter Rockmusik. Die kommen so erst richtig in Stimmung, um all ihren Unmut kundzutun.

meldet die Financial Times Deutschland. Und weiter:

Es ist Tradition bei Siemens, fast so wie das alljährliche Schneetreiben: Hält der Konzern Hauptversammlungen ab, demonstrieren vor der Münchner Olympiahalle die Beschäftigten. Denn irgendwo in seinem Riesenreich baut das Industriekonglomerat eigentlich immer Stellen ab. Diesmal sind es Mitarbeiter der – eigentlich schon verstoßenen – Töchter Osram und Nokia Siemens Networks, denen der Abbau tausender Stellen droht.
Auch drinnen herrscht Aufruhr, aber aus ganz anderem Grund: Die über 8000 – zumeist älteren -Aktionäre in der Halle bringt die Lautstärke in Rage, mit der Siemens den mit Rockmusik unterlegten Unternehmensfilm „One Siemens“ abspielt: „Leiser, leiser“, schallt es aus dem Rund der gut gefüllten Halle in Richtung Podium. Zumindest diesen Unmut kann Chefkontrolleur Gerhard Cromme  besänftigen: „Wir haben Ihr Flehen verstanden, Sie können sicher sein, von jetzt an wird es etwas leiser.“
 
Und es wird nicht mit Kritik gespart:
Der Verein der Belegschaftsaktionäre kritisierte, dass Aufsichtsratschef Cromme die bislang fixe Altersgrenze von 70 für Aufsichtsräte kippen ließ. Davon profitiert vor allem Cromme selbst: Damit kann er sich im Januar 2013 nochmals zur Wahl stellen. „Alte Männer sind gefährlich. Ihnen ist die Zukunft egal„, zitierte der Vorsitzende Ernst Koether den Schriftsteller George Bernard Shaw.
 
Baustellen gibt es ja genug im Konzern:
Für Osram und NSN ist die Zukunft weiter ungewiss. Der Plan, die Lichttochter an die Börse zu bringen, bleibt bestehen und wird laut Kaeser „wahrscheinlich 2012″ umgesetzt.
Für NSN bringt der Finanzchef zum ersten Mal eine Abspaltung – ein Spin-off – ins Spiel.
 
Also wieder eine neue Idee. Ob die Beschäftigten etwas davon haben, wird sich zeigen.
Den ganzen Artikel gibt es hier.

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Siemens-HV von Protest gegen Jobabbau begleitet

Geschrieben von michimueller am 24. Januar 2012

 Mitarbeiter von Osram und Nokia Siemens Networks (NSN) haben am Rande der Siemens-Hauptversammlung gegen den angekündigten Abbau mehrerer tausend Arbeitsplätze demonstriert. NSN-Gesamtbetriebsratschef Georg Nassauer warf Nokia am Dienstag katastrophales Management vor und forderte: „Siemens muss personell und finanziell die Verantwortung übernehmen, und die Führung muss zurück nach Deutschland!“ Seit dem Start des Gemeinschaftsunternehmens 2007 sei die Zahl der Arbeitsplätze bei NSN in Deutschland bereits auf knapp 8.000 halbiert worden.

Der defizitäre Netzwerkausrüster NSN will weltweit 17.000 Stellen streichen – wie viele davon in Deutschland, ist noch offen. Beim profitablen Leuchtenhersteller Osram will Siemens 1.000 Arbeitsplätze in Deutschland abbauen und ihn an die Börse bringen.

Osram-Gesamtbetriebsratschef Willi Sattler kündigte Widerstand an. Bei der Kundgebung mehrerer hundert Mitarbeiter vor der Münchner Olympiahalle sagte Sattler, die Beschäftigten in Deutschland hätten Osram groß gemacht, und jetzt wolle sich das Management von ihnen verabschieden. „Das werden wir nicht zulassen.“

Siemens-Vorstandschef Peter Löscher sagte, im fortgeführten Kerngeschäft habe Siemens im vergangenen Quartal 1000 Stellen in Deutschland aufgebaut und weitere 2000 im Ausland. NSN dagegen werde von Nokia geführt, und „Nokia muss die Entscheidungen treffen, die notwendig sind“, sagte Löscher. Siemens habe Geld für die Neuaufstellung zur Verfügung gestellt.

(APA/dpa)

Das meldet das Wirtschaftsblatt.

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