Das nächste Lohndumping-Modell der Arbeitgeber – von B wie Bosch bis S wie Siemens
Geschrieben von michimueller - 4. Februar 2012
Unter diesem Titel berichtete die ARD-Sendung “Monitor” am 2. Februar über Werkverträge, mit denen Unternehmen dem wachsenden öffentlichen Druck auf die Leiharbeit auszuweichen versuchen. Die beteiligten Firmen, so “Monitor”, gleichen dem Who is who der deutschen Industrie: “Von B wie Bosch bis S wie Siemens.”
Als ausführliches Beispiel für diese verbreitete Ausweichtaktik schildert “Monitor” ein Nürnberger Logistikzentrum von Siemens. Betriebsräte, Betroffene und die Nürnberger IG Metall stellen die Praxis dar: Die Geschäftsleitung entzog sich der Übernahmeverpflichtung entsprechend der im Jahr 2009 abgeschlossenen Gesamtbetriebsvereinbarung (siehe Vereinbarung regelt Leiharbeit bei Siemens) durch Kündigung des Vertrags mit dem überlassenden Unternehmen.Zeitnah wurde jedoch ein Werkvertrag mit dem Logistikunternehmen Simon Hegele geschlossen. Dieses lieh in der Folge bevorzugt die selben Betroffenen seinerseits erneut aus, um dann sie dann im Rahmen des Werksvertrags bei Siemens einzusetzen.
Sowohl Siemens als auch Simon Hegele wollten sich vor der Kamera nicht zu diesem zwielichtigen Manöver äußern. Dafür fasst ein Siemens-Betriebsrat in der Sendung zusammen, wie das neue Modell bei den betroffenen Leiharbeitnehmern ankommt: “Die Leute haben sich ein bisschen verar… gefühlt” – kein Wunder.
Hier sind der Link zum Bericht der IG Metall und zum ARD-Bericht der Sendung “Monitor”.