Siemens MitarbeiterInnen-Blog

Betriebsrat CMT

Moderne Büros vernachlässigen Faktor Mensch

Geschrieben von michimueller - 22. Februar 2012

Die Fehler, die z. B. beim Bau der Siemens-City passiert sind, hätten sich vermeiden lassen, denn die Probleme sind längst erkannt, wie ein Artikel auf pressetext.com beweist.

In der Planung moderner Bürowelten bleiben individuelle Vorlieben der Mitarbeiter zumeist auf der Strecke und gefährden so nicht nur die Produktivität, sondern in letzter Konsequenz auch die Motivation der Belegschaft. In der Realität setzen Architekten immer mehr den Transparenz-Grundsatz mit Glasfassaden, Glastischen, aufwendigen Lichtkonzepten und Glaswänden um – fehlt eigentlich nur noch die gläserne Toilette.

Gut gemeint, schlecht gemacht

“Denkt immer an die Menschen! Das muss man heute mehr denn je allen zurufen, die Büros planen und einrichten”, fordert Dominic Giesel, Sprecher der Initiative Wohlfühlarbeit http://wohlfuehlarbeit.de , gegenüber pressetext. Ruhe, Entspannung, gesunde Atemluft, Wohlbefinden und der Schutz der Gesundheit seien Grundbedürfnisse, die befriedigt werden müssen. “Design und Funktionalität sind bedeutungsloses Beiwerk, wenn Architekten ihre Hausaufgaben nicht machen. Gut gemeint ist nicht immer gut gemacht”, verdeutlicht Giesel.

Dem Experten zufolge macht das kompromisslose Ziel der Energieeffizienz häufig aus prämierten Bürogebäuden schon nach ein bis zwei Jahren Sanierungsfälle. “Luftdichte Gebäudehüllen, große Glasfassaden und thermoaktive Decken führen zwar zu einer hervorragenden Energiebilanz. Die Menschen leiden aber bei schlechter Planung an zu warmer und zu trockener Raumluft”, so Giesel. Mitarbeiter würden krank, wenn nicht nachträglich spezielle Büro-Luftbefeuchter eingebaut würden, unterstreicht der Fachmann.

Auch dass das jetzt von AtoS favorisierte “Desk-Sharing” nicht der Weisheit letzter Schluss ist, weiß man längst:

Auch das sogenannte “Desk-Sharing” oder “Open Space” wirkt sich häufig negativ auf das Wohlbefinden der Mitarbeiter aus. Ursache ist in der Regel der Zwang, Büroflächen drastisch zu verringern, um Kosten zu sparen. “Das Schrumpfen von Büroraum ist vergleichbar mit einer Crash-Diät. Häufig passiert das ohne Sinn und Verstand. Weniger Stauraum oder fehlende Privatsphäre können sich negativ auf die Bürotätigkeit auswirken”, warnt Britta Gneiting vom Büromöbelhersteller Steelcase http://steelcase.de im pressetext-Gespräch.

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