Siemens-Gewinn bröckelt, Probleme hausgemacht
Geschrieben von michimueller - 23. Juli 2012
Die frisch begonnene zweite Amtszeit von Siemens-Chef Peter Löscher wird zur Bewährungsprobe. Zu den hausgemachten Problemen bei der Anbindung von Offshore-Windparks an das Stromnetz kommt nun auch noch viel Gegenwind im operativen Geschäft hinzu. Bei der Vorstellung der Quartalszahlen in dieser Woche wird Löscher nach Informationen des „Handelsblatts“ aus Industriekreisen zwar die bereits korrigierte Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr nicht ganz kassieren. „Das Ziel ist noch erreichbar“, sagt ein Insider. „Da darf jetzt aber nichts mehr dazwischen kommen.“ Die von Siemens erhoffte Erholung ist jedoch ausgeblieben.
Mit den Auftragseingängen ging es im abgelaufenen Quartal deutlich nach unten. Löscher will nun zeigen, dass er den Technologiekonzern auf Kurs halten kann.
Einen Überblick über die Hochs und Tiefs des letzten Jahres liefert ein Artikel des Tagesspiegel. Und es gibt nicht nur Lob für den Konzenchef Löscher.
Die Schwierigkeiten in der Nordsee, die hausgemacht sind, weil die Verträge schlecht ausgehandelt waren, hatten auch im Konzern die latente Kritik an Löscher verstärkt. Für manche ist er noch nicht ganz im Konzern angekommen. Zudem halten manche den Einfluss von Aufsichtsratschef Gerhard Cromme für zu groß, der Löscher nach dem Schmiergeldskandal geholt hatte. „Die Frage ist: Wer führt Siemens eigentlich?“, sagt ein Konzerninsider.