Osram wird verschenkt
Geschrieben von michimueller - 30. Juli 2012
Nach einem langen Hin und Her, nach Plänen für einen Börsengang, die wieder begraben wurden, hat das Siemens-Management jetzt die ultimative Lösung gefunden, um den ungeliebten Konzernbereich Osram loszuwerden: die Aktien werden einfach verschenkt. An die Aktionäre. Also ein bisschen verschenken die Manager damit auch gleich an sich selbst.
Das Wirtschaftsblatt fasst die geplante Vorgehensweise so zusammen:
Der Grund dafür ist, dass Siemens die Börsengangs-Pläne für seine Tochter Osram endgültig begraben hat und den Leuchtmittelhersteller nun an seine Aktionäre verschenken will.
Bei dem Geschenk handelt es sich um einen sogenannten Spin-Off, die Aktien werden dabei direkt an die Aktionäre des Mutter-Unternehmens verteilt. Daher musste Siemens aus Bilanzgründen bei Osram Abschreibungen der letzten sechs Quartale über 443 Mio. Euro im Zwischenabschluss nachholen, was den Gewinn deutlich schmälerte.
Der Osram-Börsegang war lange Zeit vorbereitet worden. Die profitable Lichttochter erwirtschaftete zuletzt mit rund 40.000 Mitarbeitern rund 4,7 Milliarden Euro.
Was tut man nicht alles, um einen Firmenteil, den man nicht mehr haben will, loszuwerden….
Norbert Hofstätter sagte
Wiewohl “Geschenk” in der Schlagzeile reisserisch klingt und bei manchen Lesern etwas Empörung hervorrufen mag – es ist schlichtweg falsch.
Bei einem Geschenk erhält der Beschenkte einen Zuwachs im Vermögen, d.h. er kriegt etwas dazu, was er vorher nicht im Besitz hatte. Im Falle Siemens und Osram ist das nicht der Fall. Die Siemens Aktionäre besitzen bereits vor der “Beschenkung” das durch Osram repräsentierte Vermögen anteilsmässig über ihre Siemens-Aktien, und nachher eben direkt über die zugeteilten Osram Aktien (und dafür nicht mehr über die Siemens Aktien). Durch diesen Vorgang der gratis Zuteilung von Osram-Aktien ist also kein Vermögen andie Siemens Aktionäre zugeflossen, daher ist es auch sachlich völlig falsch von einem Geschenk im Zusammenhang mit diesem Vorgang zu reden. Aber Medien legen halt oft wenig Wert auf sachlich korrekte Darstellungen weil nur reißerische Darstellungen die Auflage fördern…….