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Deutsche Industrie: Konzerne knipsen die Sonne aus

Geschrieben von michimueller - 23. Oktober 2012

So titelt die Financial Times Deutschland über die zunehmende Skepsis der deutschen Industrie gegenüber der Solartechnik. Auch Siemens hat viel Geld hineingesteckt – jetzt ist der Katzenjammer groß.

Siemens hatte seine israelische Solarthermietochter Solel 2009 für 284 Mio. Euro gekauft. Konzernchef Peter Löscher persönlich fädelte den Deal damals ein – Siemens sollte Weltmarktführer in der Solarthermie werden: Dabei wird Sonnenwärme gespeichert und in Strom umgewandelt. Komplette Solarthermiekraftwerke sollten in Spanien entstehen. Dort fehlt nun aber wegen der Schuldenkrise das Geld für derlei Vorhaben.
Solel wurde so für Siemens zum millionenschweren Verlustgeschäft. Einschließlich operativer Verluste summierten sich die Belastungen im Geschäftsjahr 2010/11 auf mehr als 300 Mio. Euro, bei nur 20 Mio. Euro Umsatz. Konzernkreisen zufolge wird Siemens den verbliebenen Buchwert von gut 50 Mio. Euro nun voraussichtlich zum Ende des aktuellen Geschäftsjahrs abschreiben. Eine Beteiligung am US-Entwickler Semprius soll nun ebenfalls verkauft werden.
Noch vor einem Jahr sollte die Solarsparte ausgebaut werden. Nun heißt es, die Erwartungen hätten sich nicht erfüllt, der globale Markt sei erheblich geschrumpft. Ein Verkauf könnte jedoch schwierig werden. Seinen 45-Prozent-Anteil an der defizitären Tochter Archimede musste Siemens nach FTD-Informationen für einen symbolischen Preis abgeben.
 
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